Aktuelles

27. Dezember 2016

 

Ich kann dem Jahr doch DANKE sagen,

mit vielen smarten, schönen Tagen.

Besonders kann mein Leben zehren,

von Urlaubstagen, die sich mehren.

Mög' Gott mich und auch euch begleiten

durchs neue Jahr, mit seinen Seiten.

Das Richtige tun, das Falsche lassen.

Mit Liebe voran! So wird's schon passen.


1. Oktober 2015


Alles seine Zeit und Freude bringt.

Der Vogel im Sommer die Lieder singt.

Am Baum im Herbst die Blätter sich winden

um bunt den Weg nach unten zu finden.

Der Winter kennt kaum das Bunt dieser Welt

weil ihm das Weiß am besten gefällt.

Tatsächlich liebe auch ich das Weiß.

Es ist kaum denkbar- so sanft und leis'.


Norwegen 2013
Norwegen 2013

1. September 2013

Norwegen 2013

 

Im Land der schönen ruhigen Straßen,

entlang durch Tunnel - Meeresblick,

kann man die Schöpfung kaum noch fassen.

In kummervollen Alltagsstunden

wünscht man sich leidvoll dort zurück.

 

Am liebsten würd ich Koffer packen

und rufen, dass ich komme gleich.

Leim könnt mich halten nicht - noch andres.

Fernweh, würdest mich sicher lenken

nach Norwegen. Jetzt wär ich reich.

 

Du denkst, ich würde übertreiben,

ich malte mir das nur bunt aus.

Erinnerung hab ich im Herzen.

Den Wind und Sand fühl ich beim Gehen,

obwohl ich längst schon bin zu Haus.


6. Mai 2013

Stellungnahme zu FC

 

Immens wäre der Schiefstand aller Behinderten , Entkommunizierten ohne FC.

Zorn liegt auf meinem Körper – entstanden durch leierhafte Diskussionen darüber, ob FC fest und konstant den Menschen das Leben lebenswert macht.

Bezweifelt wird ebenso der Kern von Aussagen durch FC.

Wie vermessen es doch ist zu glauben, ich behinderter, stummer, erbärmlicher Mensch würde mich jetzt auch noch manipulieren lassen.

Etwas Stolz ist mir doch heilsam geblieben !!

 

Ich kann kaum in Worte fassen, nur bescheiden andeuten, welche Veränderungen es in mein Leben brachte, als ich ein FC Wunderteil wurde.

Als der Wendepunkt endlich effektvoll dem lachenden Autisten in mir ein Bein

gestellt hatte, fegte Freude durch mein Leben.

FC ging mit Fenster öffnender Wirkung auf.

 

Alles wurde zu Besseren:

Das Leben mit zu gestalten

Den fegenden Kartoffelbrei abzulehnen

Mein Selbst zu äußern

Die Schule zu wechseln

Politischen Gemeinschaften meine Stimme zu geben

Liebe und Kummer zu artikulieren

Urlaub selbst zu entscheiden

Mein Zimmer zu gestalten

Zwänge zu bekämpfen

Am Regelschulleben teilzunehmen

Ernst genommen zu werden

Entscheidungen treffen zu dürfen

Abneigungen äußern zu können

Freude durch Gedichte machen zu können

Mein Verhalten zu diskutieren und zu therapieren

Mehr Verständnis in der Welt zu bekommen

Meinen Mitmenschen Autismus zu erklären....................

 

Ich appelliere für FC im Leben und an Schulen !!


11. Februar 2012

Mein teuerstes Geschenk

 

Reden wir uns mit feinen und süßen Worten doch nicht ein,

dass wir in dieser fremden Gesellschaft tatsächlich im

geringsten Maße integriert und anerkannt werden.

Das imense "nicht am Leben teilhaben dürfen"

schreit zum Himmel!

Da kommt, in Liebe und Engagement, der Engel her,

der die Tatkraft und die Vision zur Gründung und seelenvoller

Durchführung von SeLmA geschenkt hat.

Ich verdanke SeLMA  das heimatliche, freudige lebensbejahende

Gefühl angenommen zu sein!

Kann ich Bedingungen stellen mit meiner rastlosen, offenbar

kreativen fragenden Gedankenwelt?

Ich habe gelernt, die Dinge so schön zu nehmen, wie sie sind.

So werde ich morgen, an meinem 24. Geburtstag,

manchen feinen, mutmachenden und unrealistischen Wünschen

das Beste abgewinnen.

So teuer wie SeLMA wird mir kein Geschenk sein.

Ich attestiere SeLMA hiermit die außergewöhnliche Auszeichnung:

"Besonders autistentauglich!"


Juni 2011

Wien

 

Jedem kann ich mit vollem Herzen eine Reise nach Wien empfehlen.

Bammel hatte ich wegen der U-Bahn, der Touristen, Massenaufläufe und

der vielen Musik.

Tatsächlich verwandelte sich die Angst lustvoll dann in Begeisterung

und wir konnten das volle Touri- Programm durch ziehen.

Meine tolle Familie ebnete mir einmal mehr den lebensnotwendigen

Weg in die Welt der Realos!
Mama und Papa ich verdiene Euch gar nicht !


3. Mai 2011

Umbruch!?

 

Ich entschied mich dafür kein Abitur zu machen, da es mir aus

verschiedenen  Gründen einfach, offensichtlich nicht mehr  mutvoll

möglich  war.
Keiner hat Schuld!!

Ich durfte das Mitglied einer lustvollen Gruppe „normal“ bezeichneter

Jugendlicher sein.

Wenigstens tendenziell war ich Mitglied dieser Gesellschaft.

Diesen Status, der sicher jedem zugestanden werden müsste  habe ich

nicht  mehr!

Seit Februar bin ich zu Hause, langweile mich, und meine Mutter versucht

liebevoll mit mir den Tag zu Lebensstruktur zu machen.

Langsam ist der Eindruck leider so, dass dieser Staat tatsächlich meine

Existenz vergessen hat!

Das Eingangsverfahren einer denkbaren, freudigen Werkstatthinführung

und mein Bedarf einer Begleitperson wird nicht finanziert.

Diverse Einrichtungen für Autisten meiner Sorte gibt es in

Baden – Württemberg nicht.

Diejenigen, die mir helfen möchten, scheitern in hohem Maße an

emsigen, finanziellen, Lebensmut nehmenden Hürden.

 

Aber es lebt der Mensch nicht allein und deshalb vertraue ich auf Gott

und meine Eltern, die alle Versuche unternehmen um Chancen und

Lebensperspektiven für mich zu finden.


Januar 2011

 Zum Abschied 

Im Januar verabschiedete sich Martin aus unterschiedlichen Gründen von seinem Traum und seiner Schule.

 

Bin am Ziel nicht angekommen,

doch fand ich mich angenommen.

Chance wurde mir gegeben.

Dies veränderte mein Leben.

Fand soziales, gutes Denken,

Umsicht und Vertrauen schenken.

Kann nur vielmals DANKE sagen

für die Bereitschaft es zu wagen!

Klein sind meine Ziele nun,

doch ich werde noch nicht ruh´n

meine Flügel auszubreiten

und durch diese Welt zu gleiten.

Möge Gott mich dabei führen,

so wird mir auch nichts passieren.

Er lege auch auf Euch  den Segen,

beschütze Euch auf allen Wegen!

Nur noch ein Satz zum Schluss:

Immer kommt's, wie's kommen muss!

 

Aus tiefstem Herzen,

mit etwas Schmerzen

 

Martin Ostertag,

suchend nach dem Lebenssinn.


Juli 2010

An alle Sponsoren

 

Am Ende bin ich längst noch nicht.

Die Hoffnung trägt ein Kursgesicht.

Kann meistern nun, was war zu schwer.

Mach mir jetzt keine Sorgen mehr.

Kein Mensch kann ahnen, wie es ist

wenn jemand fühlt, dass man vergisst

die Menschen, die im Schatten stehn

und meistens schwere Wege gehn.

Drum hat es mich sehr froh gemacht

zu sehen, dass ich wurd bedacht.

Möcht allen Engeln vielmals danken!!!

Ihr öffnet mir so manche Schranken.

 

Liebe Grüße

Martin Ostertag


29. Dezember 2009  

Für meine lieben Freunde


Ist das Jahr denn schon vorüber?  

Noch mein Herz es nicht versteht.

Längst verklingen Weihnachtslieder, 

alles seinen Ausklang geht.

 

Mir hat dieses Jahr gegeben,

was ich mir so sehr geträumt.

Fand, ohn` Frage in ein Leben

das all Hoffen überschäumt.

                                 

Finsternis hat Gott genommen

als er seinen Sohn gesandt.

Gnade hab auch ich bekommen

als ich meine Flügel fand.

 

Mögen alle Engelscharen

stets auf Eure Schritte sehn.

Schützen Euch vor den Gefahren,

bis wir uns mal wiedersehn`.

 

Ich werd lebenslang Euch danken,

die Ihr mir zur Seite steht.

Menschen leiden oft an Schranken

und weil man sie nicht versteht.

 

Ewig Gutes und viel Liebe

bringe Euch das neue Jahr.

Menschlich Frohsinn und nur Friede

so wird alles wunderbar.                     

 

    EUER  MARTIN !


Juli  2009

Abschied von der BFS in Winnenden

 

BFS Winnenden

         brachte  mir liebe Menschen.

BFS Winnenden

         ließ mich sein, wie ich bin.

BFS Winnenden

         roch nach vertrauter Heimat.

BFS Winnenden

         tolerierte Autismus mit all seinen Facetten.

BFS Winnenden

         fühlte sich an wie Sonnenstrahlen nach endlosem    

         Regen.

BFS Winnenden

         forderte in mir das , was ich sein möchte:

         Ein ernst genommener Mensch.

BFS Winnenden

         wusste mich oft kummervoll und tröstete mich.

BFS Winnenden

         sah für mich aus, wie ein geöffnetes Fenster

         in die spannende Welt.

BFS Winnenden

         schmeckte nach Maurerbrezel und Tichykaffee.

BFS Winnenden

         hörte sich an wie ein internationales Treffen liebens-

         werter Gäste.

BFS Winnenden

         ruht in meinem Herzen und wird dort für immer

         bleiben.

                     

BFS ich bitte dich

vergiss auch du so schnell mich nicht.

Chancen hab von dir bekommen.

Diese dankbar angenommen.

Solltest mir noch eine geben:

Möcht gern bei dir für immer leben.

 

Dein Heimat suchender Martin ,

in ewiger Verbundenheit.

           

Meine Hoffnung und meine Freude,

mein Winnenden !!   

 


29. Juli 2009:

Abschied…………..

 …ist ein bisschen wie Sterben !

 

Mein Abschied von Winnenden, den Menschen, meinen

Lehrern, Mitschülern, der Paulinenpflege, offenen Armen

und drei Jahren Leben ist für mich wie ein kleiner Tod !

 

Es freut mich dennoch, dass ich einen Preis für meine

schulischen Leistungen erhalten habe.

Ebenfalls ehrt mich die Urkunde meines geschätzten

Englischlehrers für hervorragende Leistungen in seinem

Fach.

 

DANKE Euch allen, die Ihr mich fantastisch begleitet habt !

Möge Gott Euch schützen !!

                    Dort , wo Menschen menschlich handeln

                    dort fängt der Himmel an !!


Mai 2009

Abschlussfahrt nach Prag


Gern  an diesem Tag

denk ich zurück an Prag.

Wundervolle, lust`ge Stunden

haben für mich stattgefunden.

An der Moldau, abends Bier.

Ohne Spaß blieb keiner hier.

Lustvoll auf der Brück` entlang

ohne Dogmen oder Zwang.

Eine Abschlussfahrt mit fun!

Lob von hier an jedermann !!

                                       Sbohem

                                            Martin  


Mai 2009

Paris


In den Pfingstferien erfüllte sich mein lang ersehnter Traum, endlich PARIS  zu sehen!

Mit meiner Familie verlebte ich wundervolle Tage, erfüllt mit schönen Erlebnissen.

Am beeindruckensten fand ich den Eifelturm, eben weil ich von dort auch nicht kleiner war als die angeblich „normalen“ Menschen.

Besonders danke ich meiner Schwester Karin, an deren Arm es mir gelang ohne Panik die Metro, Saxophon, Gedränge, Sonnenschein, Warteschlangen und Aufzüge zu überstehen !

Stephan leistete gerade in Paris seinen Zivildienst und war uns Freund und Helfer !

 

Dank und Grüße an alle, die mir diese Reise ermöglicht haben. 

 

Au revoir

Martin




Februar 2008

Leben mit Autismus

 

Mein Leben ist gekennzeichnet von Autismus.

Er nutzt jede Chance um sich bemerkbar zu machen.

Konkret federt er das ganze Leben durch mich durch, indem er unvorstellbar und gnadenlos mit meiner Wahrnehmung spielt.

Er lässt nur manchmal zu, dass in mir Ruhe herrscht.

Normalerweise tobt es in meinen Sinnesorganen.

Jedes Geräusch macht meinen Ohren den Eindruck eines Flughafenlangeplatzes.

Laute Jets sind eigentlich nur Stimmen, Worte, Autotüren, Dunstabzugshauben, Beutelrascheln, Rundfunkmusik etc.

Babyweinen, Rasenmäher, Amselzwitschern und Musik, die nach mehr Genauigkeit und Gestimmtheit verlangt, versetzen mich in Panik.

Eben diese bestürzt meine Umwelt!

Der Eindruck entsteht, ich sei unerzogen und ein Spinner.

Dasselbe Elend herrscht auch beim Riechen, Sehen, Schmecken und auf der Haut.

Endlos angespannt ist mein Leben.

Wenn sich diese Spannung entlädt kenne ich keine Gnade.

 

Dass Autisten nicht fähig für Gefühle seien entspricht meiner Meinung nach nicht der Wahrheit. Alle Empfindungen sind mir, wenngleich nicht erkennbar, vertraut.

Menschliche Zuneigung oder Ablehnung empfinde ich intensiv und lasse mir nichts vormachen.

Für mich ist das Sprechen unmöglich, da der Klang meiner Stimme noch mehr Unruhe in mein Lebenskarusell bringen würde.

Die Lust zum Sprechen ist mir derart noch nie begegnet.

Leben mit Autismus kennzeichnet sehr das alltägliche Miteinander in der Familie. Losgelöst von der Norm denken, fühlen und konstruieren sich alle um den Autisten herum. Das bedeutet eine Menge Kraft, Phantasie und Toleranz.

 

Ich bin dankbar für meine Familie, da sich alle mutig für mich einsetzen, unvoreingenommen lieben und Licht in mein Dunkel bringen.

Richtig oder falsch-

ja neben nein-

für sie bin ich Martin!


2003

Vögel ohne Flügel

 

Vögel ohne Flügel treiben nur im Wind.

Tod ist ihre Zukunft und der Schmerz ihr Kind.

Luft wird ihre Sorge, Meere die Gefahr.

Ich war so ein Vogel über 15 Jahr!!!

Nun verwunden Winde mich nicht mehr so sehr.

Küste wurde Hoffnung nach dem tiefen Meer.

Tod und Schmerz lass warten, noch will ich kein Grab.

Weil ich endlich lebe, seit ich Flüge hab!!!

Martin Ostertag